Das aktuelle Flugblatt

An dieser Stelle wird das Flugblatt publiziert, das gerade an der Universität Hamburg auf den Mensatischen verteilt wird. Im Archiv finden sich alle vorhergehenden Flugblätter.

Zum letzten Flugblatt: Seelenmassage? Zu den weiteren Aussichten.

Zur Semesteranfangszeitung für das Wintersemester 2019/2020.

Das aktuelle gemeinsame Flugblatt im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!):
2020 – den Umbruch souverän gestalten.

Wer fürchtet sich vor der Schwarzen Null?
Ein ernstes Spiel

„Zu üppige Sozialleistungen machen Menschen nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unglücklich. »Wir müssen die Balance zwischen Fordern und Fördern richtig einhalten«, mahnte er am Freitag beim Neujahrsempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Hamburg. »Denn wenn wir überfördern, zerstören wir die Motivation der Menschen (... ) und machen sie unglücklicher (!).« (... ) Schäuble äußerte sich betroffen über die Zustimmung, die der angebliche Plan Finnlands für eine Vier-Tage-Woche mit täglich nur sechs Arbeitsstunden in der deutschen Öffentlichkeit gefunden habe. Aufgrund der demografischen Entwicklung fehle es in Deutschland an Arbeitskräften. Die Menschen müssten aufgrund der längeren Lebenszeit auch länger arbeiten. »Wir brauchen jeden, selbst der Schwerkranke kann anderen etwas geben«, sagte der seit fast drei Jahrzehnten querschnittsgelähmte Christdemokrat. Die Politik solle nicht den Fehler machen, allen alles zu versprechen.“

Michael Kröger, „Schäuble hält hohe Sozialleistungen für schädlich“, „SPIEGELONLINE“, 10.1.2020.

 

„Der Markt allein ist nämlich, was die Zukunft der Menschheit angeht, ein Idiot.“

Christian Stöcker, „Klimaschädliche Firmen / Wir machen ́s kaputt, und Ihr dürft bezahlen“, „SPIEGELONLINE“, 12.1.2020.

 

„Erleuchtung.

Michel! fallen dir die Schuppen / Von den Augen? Merkst du itzt,
Daß man dir die beßten Suppen / Vor dem Maule wegstibitzt?

Als Ersatz ward dir versprochen / Reinverklärte Himmelsfreud’
Droben, wo die Engel kochen / Ohne Fleisch die Seligkeit!

Michel! wird dein Glaube schwächer / Oder stärker dein App’tit?
Du ergreifst den Lebensbecher / Und du singst ein Heidenlied!

Michel! fürchte nichts und labe / Schon hienieden deinen Wanst,
Später liegen wir im Grabe, / Wo du still verdauen kannst.“

Heinrich Heine, 1842.

Herr Schäuble, wird der deutsche Michel zu frech im Untertanenstaat? Bedeutet „Motivation“ Menschen zu zwingen? Werden die Leute noch unglücklicher, wenn ein autoritärer Staat sie nicht zwingt? Sind die Menschen glücklich, wenn sie klein gehalten werden? Sind wir „überfördert“?

Bei wesentlich steigender Produktivität der Industrie wird immer mehr in kürzerer Zeit von den dort tätigen Lohnabhängigen hergestellt. Das ermöglicht – übrigens: eine historische Tendenz! – eine deutliche Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Diese erhöhte den gesellschaftlichen Beschäftigungsgrad, minderte den Streß, machte weniger demütig, steigerte die Binnenkaufkraft und schaffte erweiterte Möglichkeiten produktiver Muße (Erholung, Bildung, Kultur und politisches Engagement).

Die gesellschaftlich angehäuften Reichtümer in Händen Weniger ermöglichen – durch öffentliche Steuer- und Investitionspolitik – die bedarfsgerechte Entwicklung staatlicher allgemeiner Einrichtungen (Bildung, Soziales – auch Renten –, Bildung, Kultur, Gesundheit und Infrastruktur).

Hinzu kommt, daß durch die Beendigung von Kriegen, das Verbot von Rüstungsexporten, die zivile Konfliktregulierung und mittels Abrüstung sowie die Konversion militärischer Produktion in zivile Herstellung Finanzen und Ressourcen, Potentiale und Aktivitäten frei werden zur Lösung globaler Probleme wie der Klimakrise.

Das alles Hand in Hand ermöglicht die Aufhebung der Zivilisationskrise auf ein besseres Niveau menschlicher (internationaler), menschenwürdiger Lebensbedingungen. Auch die Subjekte in den Wissenschaften sind vor diese Aufgaben gestellt. Die Erkenntnisbildung und die aktive Teilnahme an der Verwirklichung des Allgemeinwohls sollten zunehmend eine dynamische Einheit bilden.

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Jakobinersperling