Das aktuelle Flugblatt

An dieser Stelle wird das Flugblatt publiziert, das gerade an der Universität Hamburg auf den Mensatischen verteilt wird. Im Archiv finden sich alle vorhergehenden Flugblätter.

Zum letzten Flugblatt: Geist und Tat, wie schoin is dat. Eine produktive Allianz.

Zur Semesteranfangszeitung für das Wintersemester 2019/2020.

Das aktuelle gemeinsame Flugblatt im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!):
Emanzipation vom Profitprinzip ist nötig.

Soziale Demokratie!
Eine wesentliche Schlußfolgerung

„Wer, wie dies die Extremisten [von der AfD] tun, die Feinderklärung in die Demokratie trägt, wer dem Volk das »Anti-Volk« als Feind gegenüberstellt, wer die Verantwortung vor der Geschichte leugnet, wer sich über das Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus lustig macht, wer Menschen aus dem Land jagen will, weil sie ihm nicht deutsch genug sind, wer von sich behauptet, er habe das Monopol der authentischen Repräsentation, wer Grundrechte und Grundwerte aushebeln will – der ist ein Feind der Demokratie. Man soll, man darf ihn nicht zum Populisten verharmlosen. (...) Und man ahnt und weiß, dass die Humanität wieder bedroht ist, massiv wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Sie ist bedroht von Geschichtsvergessenheit, von neuem altem Antisemitismus, von rassistischer Unverfrorenheit, von gemeiner Rede und gemeiner Tat, von der Lust an politischer Grobheit, von Flegelei und Unverschämtheit, von der Verhöhnung von Anstand und Diplomatie, sie ist bedroht von einer rabiaten Missachtung des Respekts und der Achtung, die jedem Menschen zustehen.“

Heribert Prantl, „Die Selbstvergiftung der Demokratie“, „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“), 9.2.2020.

 

„Die Botschaft der Thüringer CDU-Landtagsfraktion jedenfalls ist unter dem Strich erstaunlich simpel: Sie lautet: alles, nur nicht links. Und: lieber mit Rechten kungeln, als mit der Linken an der Macht leben. Diese Haltung hat es in Deutschland schon einmal in der Endphase der Weimarer Republik gegeben. (...) So konnten die Nazis im bürgerlichen Lager Akzeptanz sammeln.“

AutorInnengruppe (20 JournalistInnen), „Thüringer Tollhaus“ (Titelgeschichte), „SPIEGEL“ Nr. 7 / 8.2.2020, S. 10-19, hier S. 14f.

 

„Der Gegensatz von Nationalismus und Sozialismus ist beschlossen in dem Gegensatz von Krieg und Frieden.“

Thomas Mann, „Vom kommenden Sieg der Demokratie“, 1938.

Eine menschenwürdige Gesellschaft und Zukunft ist friedlich, also gewaltfrei, sozial, also sicher, demokratisch, also aufgeklärt, hat Perspektive, also Geschichtsbewußtsein, ist fair, also souverän, kooperativ, also solidarisch, hat Verantwortung, also als internationale Gemeinschaft, hat kulturelles Niveau, also Freude an der humanen Sorgfalt und entwickelt ein rationales sowie balanciertes Verhältnis zur Natur. Das läßt sich, mit verschiedenen Akzenten, auch links nennen bzw. ist die Überwindung der tiefgreifenden Entwicklungskrise der menschlichen Zivilisation.

Da hat die sogenannte Mitte der Gesellschaft – hier insbesondere CDU und FDP – auf ganzer Linie versagt. Die absichtliche Kollaboration mit den Rechtsextremen der AfD – wobei Björn Höcke gerichtsnotorisch als Faschist bezeichnet werden kann – ist tatsächlich ein tiefgreifender Tabubruch, zumal angesichts historischer Erfahrungen. Das „Nie wieder Faschismus und Krieg!“ (1933-1945) oder gar das „Wehret den Anfängen!“ wurde schändlich ignoriert. Rot sei schlimmer als braun. Lieber Sumpf als ein erfreulicher Aufgang der Sonne.

Dieser Schritt ins Dunkel ist gefährlich und soll der Verhinderung einer sozialen, friedlichen und demokratischen Wende in der gesellschaftlichen Entfaltung dienen.

Dabei steht diese grundlegende politische und kulturelle Kurskorrektur zunehmend auf der Tagesordnung. Diese positive Veränderung zur Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen war schon 1945 angestrebt und sollte 1968 weiter und stärker verwirklicht werden.

Heute und besonders nach diesem Thüringer Desaster sind die uneingelösten Ansprüche der politischen, sozialen und kulturellen Menschenrechte, einschließlich der Beendigung des Raubbaus an der Natur, wieder neu zu verwirklichen. Dafür stehen auch die Sustainable Development Goals (SDGs) der UNO. Ebenso das gesellschaftliche Engagement von Vielen ist nachdrücklich zu berücksichtigen auch an den Hochschulen und bei der nahenden Bürgerschaftswahl. Wenn das nicht gut, schön und vernünftig ist, möge die Erde eine Scheibe sein.

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Jakobinersperling